Wir erreichen Estland đŸ‡ȘđŸ‡Ș – Tallinn

Nachdem wir eine gute Nacht in Kiikala verbracht haben, erreichen wir das Terminal Vikingline ĂŒberpĂŒnktlich. Die Viking Express wird uns gleich fĂŒr 168,50 Euro ( 1 Wohnmobil bis 8m lang und 3,20 hoch) in 2 Stunden und 15 Minuten nach Tallinn bringen, auf das wir auf unser Fahrt von TravemĂŒnde nach Helsinki schon aus der Ferne einen Blick werden konnten. Nachdem die FĂ€hre im Stadthafen von Helsinki festgemacht hat, geht alles ganz flott. Alles runter vom Schiff, alle rauf auf’s Schiff und pĂŒnktlich um 14:15 Uhr sind wir unterwegs. Wie eigentlich immer sind wir auch gleich auf dem Weg zum Oberdeck um beim Auslaufen aus dem Hafen dabei zu sein. Wir haben einen letzten Blick auf Finnland und freuen uns ĂŒber diese tolle Ausfahrt. Dann nimmt die FĂ€hre richtig Fast auf und Helsinki verschwindet immer mehr. Wir holen uns etwas zu trinken und ehe wir uns versehen ist Tallinn auch schon in Sichtweite. Schön, das ging wirklich schnell. Neugierig stĂŒrmen wir wieder an Deck um das Einlaufen nicht zu verpassen.

Schon aus der Ferne können wir die Skyline und die Mauern der Altstadt sehen. Wir werden von einem kurzen Regenschauer begrĂŒĂŸt und hoffen nun instĂ€ndig, dass dieser kein Vorbote fĂŒr die kommenden Tage ist. Auch in Tallinn geht nach dem Festmachen alles schnell. Wir sind gerade noch rechtzeitig im Auto, als sich auch schon die Tore öffnen und wir von der FĂ€hre fahren können. Das Navi zeigt uns von hier schlappe 800 Meter zu unserem Stellplatz ganz in der NĂ€he der Tallinna Linnahall, den wir bei park4night gefunden haben, an. FĂŒnf Minuten spĂ€ter stehen wir. FĂŒr 24 Stunden zahlen wir hier 5 Euro. Ich installiere schnell noch die passende App und dann war es das auch schon. Wir warten noch den nĂ€chsten Regenschauer ab und machen uns gleich auf den Weg in die Innenstadt. Die ist nur einen Steinwurf entfernt und schnell erreicht. Durch das Stadttor Suure RannavĂ€rava eesvĂ€rav betreten wir den historischen Kern der Stadt.

Wir sind sehr schnell ziemlich begeistert von der Innenstadt. Wir hatten schon einiges gelesen aber das ĂŒbertrifft unsere Erwartungen bei weitem. Tallinn ist richtig nett. Historische GebĂ€ude sind Ă€ußerlich in einem super Zustand, es gibt viele LĂ€den die vor allem regionale, handwerkliche Produkte anbieten und diese wirklich ansprechend prĂ€sentieren. Die Stadt ist lebendig, es gibt reichlich Restaurants und CafĂ©s und durch die zahlreichen Gassen gibt es immer wieder etwas zu entdecken. Wir setzen uns vor ein Restaurant und möchten noch etwas essen. Linda bestellt Cesar Salad, der mehr aus HĂ€hnchen als aus Salat besteht. Ich freue mich ĂŒber eine ausgezeichnete Soljanka und den Hering estnischer Art.

Auf dem RĂŒckweg zum Wohnmobil steuern wir noch das Rotermann Viertel an. Hier kommen alt und neu zusammen. Moderne Architektur paart sich hier mit historischen Bauwerken. Hier wird gewohnt, gearbeitet, gegessen und getrunken. Auch das haben wir hier nicht erwartet und sehr positiv ĂŒberrascht.

Aber was ist ein Tag ohne baden gewesen zu sein. Wir entdecken in der NĂ€he unseres Stellplatzes einen kleinen Strand. Nicht perfekt aber zum Baden genug. Hier befindet sich auch die bereits erwĂ€hnte Tallinna Linnahall. Dabei handelt es sich heute um die Ruine des einst fĂŒr die olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau gebauten Wladimir-Iljitsch-Lenin-Palast fĂŒr Kultur und Sport. Seit 2010 verfĂ€llt dieses GebĂ€ude und ist heute Treffpunkt von Jugendlichen.

Am nĂ€chsten Tag marschieren wir dann wieder zu dritt durch die Stadt. Das am Tag zuvor entdeckte ehemalige KGB GefĂ€ngnis das heute eine Museum ist, ist unser erstes Ziel. Von außen ist es eher unscheinbar. Ums es zu betreten, lĂ€uft man einige Stufen hinunter in ein gewöhnliches Wohnhaus. Darin Endecken wir dann mehrere GefĂ€ngniszellen, die als AusstellungsrĂ€ume dienen. Es gibt jetzt viel zu lesen und wir versuchen selbst Lennard zu erklĂ€ren was hier eigentlich geschehen ist.

Wir steuern wieder den Marktplatz an, kommen dabei an der russischen Botschaft vorbei, die speziellen Schutz benötigt. Antikriegsplakate sĂ€umen die Straße direkt vor der Botschaft. Wir beschließen noch etwas in der Stadt zu frĂŒhstĂŒcken und finden nach einiger Zeit auch ein fĂŒr alle zufriedenstellendes CafĂ©. Ab hier wollen wir dann den Teil der Stadt erkunden, den wir gestern nicht geschafft haben. Dabei kommen wir auch zur Alexander-Newski-Kathedrale die sich unmittelbar vor dem estnischen Parlament befindet. Diese russisch-orthodoxe Kirche handelt sticht durch ihre ZwiebeltĂŒrme unter allen anderen Kirchen in Tallinn besonders hervor. Wir wollen diese Kirche einmal von innen sehen. Der Eintritt ist frei, fotografieren ist allerdings verboten, was wir respektieren.

Jetzt mĂŒssen wir ein Versprechen einlösen und deshalb machen wir uns auf den Weg zu einem Burgerladen. Lennard nimmt die Karte in die Hand. Ich zeige ihm wo wir hin wollen, ab jetzt steuert er uns durch die Stadt. Und was soll ich sagen. Er hat das klasse gemacht, wir kommen zu unseren Burgern und machen und anschließend satt auf den RĂŒckweg. FĂŒr uns geht’s heute wieder weiter. Ab jetzt wieder Richtung Heimat, aber die nĂ€chste Station liegt nur etwas 80 km weiter westlich.