Ålesund ganz unverhofft

Morgens bei bestem Wetter starte ich Richtung Olden. Das erste Etappe, die Fähre von Vangsnes nach Hella ist schnell erreicht. Während ich warte zieht die AIDA Nova an uns vorbei und so etwas wie Heimatgefühl kommt auf. Die Überfahrt ist wie immer völlig unkompliziert. Nachdem die Fähre in Hella angelegt hat zieht die Karawane gemeinsam weiter, aber in den folgenden Kilometer löst diese sich immer weiter auf, denn immer wieder klingt sich der ein oder andere Wohnmobilist aus, um Fotos von dieser beindruckenden Landschaft zu machen, so auch ich.

Ich lege heute einen Zwischenstopp am Jostedal Nationalpark ein und unternehme eine Wanderung um den Rabbane zu erklimmen. Ich habe 1.000 Höhenmeter zu bewältigen. Der Wanderweg ist in Teilen schlicht nicht mehr vorhanden, da Lawinen diesen mit Baum und Geröll verschüttet haben oder immer noch von Schnee verdeckt ist. Macht nichts, ich nehme diese Hürden und steige weiter und weiter auf. Allerdings hat die Sonne heute kein Erbarmen. Nach 2/3 der Strecke beschließe ich erschöpft es gut sein zu lassen und kehre um. Der vorgesagte tolle Blick auf den Fjord werde ich also nicht haben. Egal, Safty first. 


Weiter gehts, jetzt Olden, dort habe ich bereits eine Stellplatz im Visier. Doch dann, 30 km vorm Ziel, leuchtet die gelbe Warnlampe für den Motor auf. Ich mache mir etwas Sorgen, denn schließlich fahre ich seit Tagen bergauf und bergab und der Motor klingt doch ab und zu doch etwas gequält. Aber ich wüsche diese Gedanken gleich zur Seite, kann ja nicht sein. Ich fahre erst einmal auf die Seite, wühle in der Bedienungsanleitung des Autos und beschließe den Service von Mercedes anzurufen. Meine Daten des Fahrzeugs werden alles gleich an den Servicemitarbeiter übertragen und der weiß auch gleich wo ich stecke. Er versichert mir, ich könne mit dem Auto weiterfahren, sollte aber bald eine Werkstatt anfahren. Bergen schlägt er vor. Bergen, denke ich, das ist doch die komplett falsche Richtung. Ich suche im Internet und finde eine Werkstatt in Ålesund. Das ist nicht genau die Richtung in die ich möchte und es sind noch nochmal 130 Kilometer. Ich bin etwas genervt, aber was ist jetzt die Alternative und ziehe durch? Ziemlich müde komme ich am Abend in Eikrem, ich würde es als Vorort von Ålesund bezeichnen, an, trinke noch den letzten Cider und haue mich ins Bett, nach mehr ist mir heute nicht. Ich nehme mir vor am nächten Tag um acht auf der Matte der Werkstatt zu stehen.